Kreuzfahrt zum Abgewöhnen

Titel: Passagier 23

Autor: Sebastian Fitzek

Inhalt: Das Buch präsentiert sich als ein all-inclusive Psychothriller: Action, überraschende Wendungen, Nahtoderlebnisse des Superhelden, gruselige Abgründe menschlicher Seelen, Folter, Verschwörung und vieles vieles mehr zwischen den Buchdeckeln. Das kann als Parallele zum Hauptthema Kreuzfahrten durchaus als angemessen verstanden werden. Um den Haupthelden – dem verdeckten Ermittler Martin Schwartz – werden im Stakkato Action- und Gruselszenen aneinander gereiht. Unermüdlich deckt er trotz hartnäckiger Widersacher Stück für Stück die Wahrheit auf – auch die über seine Frau und seine Unzulänglichkeiten seinem Sohn gegenüber. Geschwindigkeit, Spannung und Grusel können nach den ersten Seiten des Buches leider nicht mehr gesteigert werden – was schnell langweilig wird, da beim Umblättern ja schon klar ist, dass die nächste packende Überraschung kommt. Die Entwicklung der Figuren bleibt dabei auf der Strecke – als Leser fühlte ich mich dadurch bis ans Ende des Buches seltsam außen vor. Insgesamt kam mir das Buch wie eine extra lange Ausgabe einer Sensationszeitung vor – unglaubliche Fakten, die in der Erinnerung sehr schnell verblassen.

Fazit: Wer oberflächliche Action mag, dem sei das Buch empfohlen. Lesevergnügen, im Sinne von ins-Buch-hineingezogen-werden, leider Fehlanzeige.

Das Mørck Dilemma beginnt

Buchtitel: Erbarmen
Autor: Jussi Adler-Olsen

adlerolsen_erbarmen

Inhalt: Viel ist schon um die Reihe von Jussi Adler-Olsen geschrieben worden. Der sympathische Däne – übrigens mit einer nicht minder sympathischen Frau verheiratet – hat ein Händchen dafür in ganz wenigen Worten ganz viel zum Ausdruck zu bringen. Dies schafft er nicht nur in der Einleitung der persönlichen Mørck-Tragödie rund um den Tod seines besten Freundes bzw. die schwere Verletzung seines Partners. Auch sein Weg raus aus dem Schuldkomplex über die neue Aufgabe im Sonderdezernat Q ist glaubhaft gezeichnet. Sein Auftakt ist der – eigentlich abgeschobene – Fall rund um die junge erfolgreiche Politikerin Merete Lynggaard, die augenscheinlich Selbstmord begangen haben soll. Wie Carl Mørck eine neue Chance auf berufliche Partnerschaft mit Hafez el-Assad bekommt, die Ungereimtheiten des Lynggaard-Falls inkompetenten Polizeikollegen in seiner unverwechselbaren Mørck-Art unter die Nase reibt und letztendlich dem Sonderdezernat Q einen Erfolgsauftakt ohne Gleichen beschert, lest gerne selbst. Für Leser, die eine Mischung aus pointierter Charakterdarstellung und Action genießen, immer empfehlenswert.