Schneckenkönig – ein Erfolg auf ganzer Linie

Nach dem gestrigen Wutausbruch über ein wenig gelungenes Debüt möchte ich heute wieder in Engelszungen zu Euch sprechen über ein fantastisches – wenn auch nicht wirklich neues – Krimidebüt. Die Rede ist vom „Schneckenkönig“ von Rainer Wittkamp.

Schneckenkönig

Originalcover; Rechte: grafit Verlag

Ankündigung

Auf der Buchrückseite wir ein spleeniger Kommissar angekündigt. Einer den ein unüberlegter Angriff auf einen Kollegen in das dienstliche Exil verschlagen hat. Nämlich in die „Versorgung“. Die Abteilung für Büromaterial ist gemeint. Als Personalmangel die Leitung der Mordabteilung im Fall eines erstochenen Ghanaers dazu treibt ihn aus dem Exil zu holen, ergreift Martin Nettelbeck – der eben beschriebene – die Chance!

Erste Funde

Nach einer nicht ganz leichten Identifikation des Opfers stolpert Nettelbeck zusammen mit seinem jüngeren neuen Partner zwischen der ghanaischen Community, einem von Anfang an suspektem Missionswerk und einem Nazinetzwerk durch Berlin.

Hierbei sind die Berliner Schauplätze originalgetreu wiedergegeben und die gezeichnete Atmosphäre sprach mich persönlich sehr an. Vor allem, weil ich als Berliner Einwohner tatsächlich das Gefühl bekam durch die Straßen unserer Stadt zu wandeln.

Die Akteure

Die Charakterzeichnung kann ich einfach nur als vollständig gelungen betiteln. Unabhängig, ob es sich um die Heranführung an den Haupthelden geht oder um die Vorstellung seiner Mitstreiter und Konkurrenten, durch gelungene knackige Dialoge und kleine subtil eingeflochtene Rückblicke fühlt man sich schnell in die Gedankenwelt der Einzelnen ein.
Der automatische Nebeneffekt: Alle Handlungen sind nachvollziehbar. Es werden keine Geschichten unnütz angerissen oder gar nicht abgeschlossen.
Auch der Täter selbst kommt hin und wieder zu Wort und bringt den Leser der Erklärung des Buchtitels Schrittchen für Schrittchen näher.

Liebe und Herz am rechten Fleck

Im Gegensatz zu so manch anderem Werk, hat mich die hier sanft aufkeimende Liebe von Nettelbeck zu einer Dame, die ich aus Spoilergründen nicht verraten möchte,  überhaupt nicht gestört. Ganz im Gegenteil. Der Charakter der Dame ist spannend und wird schließlich in den nachfolgenden Bänden der Reihe weiter eine Rolle spielen. Passt!

Die Rückblenden und Dialoge zeichnen bezüglich Nettelbecks Charakter nicht nur seine Spleenigkeit – er ist eher ausweichend, schweigsam, neigt zu Einzelaktionen… – sondern auch seinen Sinn für Gerechtigkeit und für das tatsächlich Richtige im Leben. Für dieses Richtige geht er Risiken ein, verstößt gegen Regeln und bricht auch sonst so manche Dienstvorschrift.

Besonderen Spaß hat mir auch die Darstellung des „Sich-aneinanderreibens-und-anfreundens“ der beiden Kommissare bereitet. Nettelbeck wird von Wilbert Täubner unterstützt (ja, ich weiß, Wilbert ist nicht gerade sexy, aber was soll´s) und die beiden lernen sich im Verlauf der Seiten mehr und mehr schätzen.

Wer wird das Buch mögen?

Berlin-Fans natürlich, Liebhaber von minutiös schlüssigen Geschichten, aber auch Leser, denen etwas grenzwertiger Humor nicht zuviel wird.

Der grafit-Verlag hat übrigens einen YouTube-Trailer zum „Schneckenkönig“ online und auch die Nachfolgebände verlegt. Abgesehen vom Kauf direkt über die Verlagsseite, kommt Ihr natürlich auch über alle anderen gängigen Quellen dran. Wer es braucht, hier noch schnell die ISBN-Nummer: 978-3-89425-416-2.

Ich bleibe auf jeden Fall an der Reihe dran!
Ich hoffe Ihr auch.
Eure Kasia

 

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