3.BuchBerlin – Die Berliner Buchmesse 2016 – ein Resümee

Seit Jahren renne ich jeden Herbst auf die Frankfurter (Mainstream-)Buchmesse und habe die letzten zwei Jahre die regionale Entwicklung vor der eigenen Haustür sowie das Thema unabhängige Verlage schändlich vernachlässigt. Aber damit ist jetzt Schluss! Ich habe heute mit der Berliner Buchmesse Neuland betreten.
Der Veranstalter: Bücherzauber e.V.. Der Verein engagiert sich für die Leseförderung für Kinder und Jugendliche sowie die Literaturförderung in Berlin und Brandenburg.
Die Örtlichkeit: Das Berliner Estrel Hotel an der Sonnenallee, welches sich schon seit langem als alternative Location für kleine Messen mausert.
Angekündigt waren unabhängige, kleine Verlage sowie Selfpublisher. Stets immer nur den Mainstream gewohnt, waren dies heute meine ersten Schritte in eine andere Buchkultur und entsprechend groß die Spannung.

Die wurde auch weitestgehend nicht enttäuscht, wenn auch aus unerwartetem Grunde. Die Kinder- und Jugendliteratursektion war es (nicht ausschließlich, aber vor allem :-)), die mich beeindruckt hat. Angefangen mit der freundlichen zugewandten Stimmung, über die Varianz an Ideen der Verlage und präsenten Autoren bis hin zu kleinen organisatorischen Aspekten wie der Kinderbastelecke oder wirklich sehr interaktiven, engagierten Organisationshelfern… Die Aufzählung ist beachtlich und könnte noch länger sein. Die bodenständige Atmosphäre, nicht zu abgrenzende Tischgestaltung und auch persönliche Ideen der einzelnen Akteure haben mir das Netzwerken zu einer Freude gemacht. Also schon mal ein „Danke! Hat Spaß gemacht mit Euch!“.

Was die engagierten Organisationshelfer anbetrifft ist mir besonders eine spontane Miniführung für Interessenten mit Kindern (Alter 8+++) ins Auge gefallen sowie der oben bereits erwähnte Basteltisch. Aber auch hier und da eingestreute Auflockerungsideen wie Verlosungen haben Akzente gesetzt.

Jaaaa, bei der Erwachsenensektion ist nicht jedes Genre meins und nicht jede Gestaltungsidee für Cover würde mein Auge nachher im Regal erfreuen – hüstel – aber gut… wir sind ja nun bei jungen Start-ups, Selfpublishern mit begrenzten Budgetmöglichkeiten und über Geschmack darf man sowieso nicht streiten. Ich möchte lediglich zu verstehen geben, dass ich für nachfolgende Blogartikel bei den Grownups nur sehr punktuell fündig geworden bin… Meine Rezensionen und Tipps zu den Messefunden verdienen separate Aufmerksamkeit in eigenen Beiträgen.

Kommen wir zu den kritischeren Anmerkungen: Für die Zukunft würde ich mir im Programm der Lesungen auch einen Verweis auf den Inhalt des Buches (oder wenigstens einen erläuternden Satz) wünschen. Nur mit Titel, Autor und Uhrzeit der Lesung bestückt, konnte ich so gar nicht entscheiden, welche Lesung für mich spannend werden könnte und welche ich von vorne herein ausschließe. Effekt der mageren inhaltlichen Erläuterung war, dass ich für die heutige Veranstaltung die Lust an Lesung so gänzlich verloren habe, was ja nicht Sinn der Sache war. Schade. Auch könnte man für die Zukunft solche spontanen Ideen, wie Führung zu Highlights/Special Partners der Messe für ein bestimmtes Zielpublikum (e.g. Kinder mit elterlichem Anhang) richtig organisieren und daraus ein „Zusatzschmankerl“ gestalten.
Zum Vorfeld der Messe möchte ich noch loswerden, dass mir eine gewisse Sparsamkeit an Marketing für die Buchmesse aufgefallen war. Und ja, mir ist schon klar, dass die Vereinsarbeit nicht mit kommerziell gesponserten Events verglichen werden sollte. Trotzdem mache ich diese Kritik unter anderem daran fest, dass ich mehrfach die Woche in der Stadtbibliothek Gast bin und mir keine Plakate ins Auge springen wollten, ebenso wenig wie Flyer. Auch bin ich regulär die Woche auf Facebook-Gruppen unterwegs, da sprang mich auch nichts an… naja, ist ja nur eine Einzelmeinung. Letztere punktuelle Einzelwahrnehmung, erscheint mir dennoch nicht unwichtig, da ich die heute wahrgenommene Besucherzahl als übersichtlich bezeichnen möchte.
Insgesamt will ich mein Messenresümee für Euch nicht mit der Kritik ausklingen lassen. Ich bin sicher die Macher aus dem Verein werden in vielversprechender Weise weitermachen (ich bitte sogar drum!), vielleicht an denselben Stellen kritisch hinschauen sowie nachbessern für 2017.

Ich freu mich drauf!

Buchmesse mal anders

Ja, ich gebe es zu, die Schnellste war ich nicht im Registrieren, dass der Berliner Verlagsmarkt sich mittlerweile um eine eigene Messennische bemüht hat. Aber besser spät als nie! Daher möchte ich alle Berliner Leseratten, die Leseratten von außerhalb und auch solche die gern alternative Verlage und Selfpublishing unterstützen anfixen: Mit der Berliner Buchmesse. Am 19. und 20. November 2016 ist es soweit und das immerhin schon das 3. mal. Rund 150 unabhängige Verlage und Selfpublisher aus ganz Deutschland werden ihr Programm vorstellen. Wo sonst als in Berlin finden Veröffentlichungen – die am Mainstream vorbei gehen – Gehör und Interessenten. Persönlich, finde ich das Konzept eine passende Ergänzung zur Leipziger Buchmesse, vom Frankfurter Riesen will ich gar nicht sprechen…das bleibt eine andere Liga…
Auch für Autoren selbst gibt es ein schönes Begleitprogramm: Einfach mal auf die Webpräsenz schauen, da bekommt Ihr auch schon für Freitag (18.) eine interessante Veranstaltung angeboten, wie Selfpublishing effizient werden kann.

Die Location, das Estrel Berlin direkt am S-Bahnhof Sonnenallee, bietet ein stilvolles Ambiente, mehr Platz, zwei Lesesäle, ausreichend Parkplätze (kostenpflichtig) etc. etc….Ach ja, bevor ich es vergesse: Eintritt ist fair: 4 EUR.

Also hier der offizielle Link: Berliner Buchmesse 2016

Autoren im Web vorgestellt

Bei den Weblesungen stellen sich Autorinnen und Autoren aus dem Raum Hamburg mit Lese-Beiträgen von vier bis fünf Minuten Länge vor. Die Weblesungen werden von Rüdiger Käßner im Auftrag der Kulturbehörde Hamburg organisiert. Das Archiv der Weblesungen umfasst inzwischen ca. 500 Lesungen.Schöne Idee zum Reinschnuppern!

Advent, Advent…

Für die Langzeitplaner und Adventszeitgenießer:

Am 11. Dezember 2016 liest Heike Makatsch „Petersson und Findus feiern Weihnachten“ u.a. Geschichten von Sven Nordquist! Nicht zögern, Kind und Kegel werden dieses Buchhappening genießen.

Wann genau? 11.12.2016 11h
Wo? Prater (Berlin)
Info & Karten

Ankommen in der Multilingualität

Das neue Literaturfestival in Berlin – Stadtsprachen  – möchte ein öffentliches Bewusstsein für die Multilingualität der Berliner Gegenwartsliteratur schaffen und deren Einfluss auf die nationale Literaturszene und ihre internationalen Verflechtungen und Auswirkungen sichtbar machen.

Vom 28.Oktober bis 6.November 2016 wechseln sich Lesungen, Diskussionen und Workshops kunterbunt ab.
Eine Autorenliste zum besseren Überblick findet Ihr hier.
Eintrittshöhe ist von Event zu Event verschieden, Überblick über das Programm hier.

Vor der Messe ist nach der Messe

Die Frankfurter Buchmesse ist wie immer mit großem Tramram um. Die Literatur(tipps) in Frankfurt a.M. und deren Welt drehen sich natürlich weiter. Hier habe ich Euch einen ersten Vorweihnachtstipp mitgebracht:

Eine Lesung im Literaturhaus Frankfurt am Kinderlesesonntag. Und zwar – tatatataaaa:
„Sophiechen und der Riese“ von Roald Dahl – gelesen am 04.12. um 15 h vom Frankfurter Schauspieler und Sprecher Wolfram Koch Klein.

Es ist die fantastische Geschichte eines Waisenmädchens, das die Welt von neun stumpfsinnigen, menschenfressenden Riesen befreit. Ein Märchen von Freundschaft und dem Träumen. Hier auch wieder ein Hinweis für die weiterhin lesefaulen unter Euch Buchratten: „Sophiechen und der Riese“ wurde in diesem Jahr unter dem Titel „BFG – Big Friendly Giant“ von Steven Spielberg verfilmt. Nur mal so nebenbei erwähnt… 🙂

Karten und Info gibt es hier.