Geschichte eines Stalkings

Mir brennt es unter den Fingernägeln Euch von meiner letzten Lektüre zu erzählen:1840_Baerfuss_Hagard

„Hagard“ von Lukas Bärfuss

Wir haben sicherlich auch alle schon gelesen, dass es sich hierbei um einen Nominée für den Preis der Leipziger Buchmesse handelt. Lukas Bärfuss ist als Preisträger nicht unerfahren. Seine Werke wurden bereits mit zahlreichen Literaturpreisen geehrt. Mehr hierzu später.

Auszug Umschlagstext

„Philip folgt, aus einer Laune heraus, im Feierabendgedrängel einer Frau. Er kennt sie nicht, sieht sie auch nur von hinten, aber wie in einem Spiel sagt er sich: Geht sie dort entlang, lasse ich sie entschwinden; geht sie in die andere Richtung, spiele ich das Spiel noch eine kleine Weile weiter Es bedeutet scheinbar nichts, niemand kommt zu Schaden, un der Abstand ist so groß, daß die Frau es gar nicht bemerkt.[…]Warum beginnt er plötzlich seine Verpflichtungen zu verachlässigen? Was will er von ihr?“

Gedanken zum Verfolger

Mit diesem Umschlagstext hatte mich das Buch im Buchladen in seinem Bann, also nichts wie los und ein Rezensionsexemplar bestellt.

Was mich dann erwartete? Nun, zunächst ein Ich-Erzähler, der scheinbar allwissend über der angekündigten Hauptperson schwebt. Sorgenvoll ist sein Ton und mit vielen offengebliebenen Fragen leitet dieser die Geschichte um den Ausbruch Philips ein. Wir erwischen Philip anfangs in einer typischen Managersituation. Immer wieder mit seinem Smart Phone quercheckend und seine Assistenz konsultierend, bahnt er sich seinen Weg an einem Spätnachmittag zu einem nicht ganz unwichtigen Geschäftstermin.

Aus Randsätzen und im Verlauf der Beobachtungen rund um die Figur wird dem Leser die Wichtigkeit des Termins für einen satten Gewinn klar.
Wie nebenher eingestreut wird auch die Gesellschaftskritik und der auf dem Buchcover angekündigte „unbestechliche Blick“ des Autors auf seine Umgebung und das heutige Leben. Weiterlesen