Das Mørck-Dilemma wird fortgesetzt

Titel: Schändungadlerolsen_schandung

Autor: Jussi Adler-Olsen

Inhalt: Von Jussi Adler-Olsens zweitem Buch rund um Carl Mørck war ich zugegebener Maßen etwas enttäuscht. Das die Gewaltexzesse und kriminellen Machenschaften einer bis zum Erbrechen verdorbenen Internatsclique unentdeckt und vor allem ungestraft geblieben sein sollen, sprengt doch etwas meinen Sinn für Realitätsnähe.

Naja, jedenfalls wird in diesem Teil Carl Mørck durch einen anonymen Hinweis eines Polizeikollegen auf einen – eigentlich aufgeklärten – brutalen Mordfall an einem Geschwisterpaar vor zwanzig Jahren aufmerksam. Einmal angefangen zu bohren und zu graben, bröckeln die Beweise und auch das alte Geständnis eines angeblichen Täters erscheint suspekt.

Durch Perspektivenwechsel erhält der Leser kontinuierlich Einblick in die parallelen Ereignisse sowie die vergangenen tragischen Lebensepisoden rund um die, in der Obdachlosigkeit gestrandete, Cliquenaussteigerin Kimmie. Selbige Erzählerwechsel geben dem Leser Informationen zu den verbliebenen, mittlerweile mächtigen und stinkend reichen verbliebenen Cliquenmitgliedern. Alle Erzählstränge bewegen sich recht vorrausschaubar auf das große Finale zu. Die Geschichten der einzelnen Cliquenprotagonisten geben zu viel Information, um noch mysteriös zu bleiben und setzen eher auf Ekeleffekte. Auch das Ende ist trotz des angenehmen, leichten Leseerlebnisses diesmal zu durchschaubar. Hmm. Aber es gibt ja noch genug Folgeepisoden rund um Mørck, die das wieder ausbügeln können.

Das Mørck Dilemma beginnt

Buchtitel: Erbarmen
Autor: Jussi Adler-Olsen

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Inhalt: Viel ist schon um die Reihe von Jussi Adler-Olsen geschrieben worden. Der sympathische Däne – übrigens mit einer nicht minder sympathischen Frau verheiratet – hat ein Händchen dafür in ganz wenigen Worten ganz viel zum Ausdruck zu bringen. Dies schafft er nicht nur in der Einleitung der persönlichen Mørck-Tragödie rund um den Tod seines besten Freundes bzw. die schwere Verletzung seines Partners. Auch sein Weg raus aus dem Schuldkomplex über die neue Aufgabe im Sonderdezernat Q ist glaubhaft gezeichnet. Sein Auftakt ist der – eigentlich abgeschobene – Fall rund um die junge erfolgreiche Politikerin Merete Lynggaard, die augenscheinlich Selbstmord begangen haben soll. Wie Carl Mørck eine neue Chance auf berufliche Partnerschaft mit Hafez el-Assad bekommt, die Ungereimtheiten des Lynggaard-Falls inkompetenten Polizeikollegen in seiner unverwechselbaren Mørck-Art unter die Nase reibt und letztendlich dem Sonderdezernat Q einen Erfolgsauftakt ohne Gleichen beschert, lest gerne selbst. Für Leser, die eine Mischung aus pointierter Charakterdarstellung und Action genießen, immer empfehlenswert.