Leere Herzen – wieso ich nicht beim Zeh-Bashing mitmache

Das Jahr 2018 startet mit eher ernsterer Kost. Wie Ihr Euch entsinnt aus meinem letzten MittendrinMittwoch hatte ich mich im Dezember ganz dem im Luchterhand- Verlag erschienenen „Leere Herzen“ von Juli Zeh gewidmet. Nicht ohne Grund. Obwohl die Autorin für ihren kontinuierlichen Drang zu moralgespickter Gesellschaftsanalyse bzw- -kritik unter Beschuss geraten ist, bekenne ich mich weiter als Zeh´aner. Lasst mich nachfolgend erläutern, wieso dem so ist.

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Bildrechte: Bud Helisson via unsplash.com

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Ein Flop über das Versagen

„Fließsand“ von Steve Toltz hatte ich mir auf dem Bloggerportal von Random House vor allem auf Grund des Klappentextes ausgesucht. Die Geschichte einer Freundschaft, die sich rund um die tragischen Versagen des einen sowie des anderen Hauptcharakters dreht, könnte unterhaltsam und subtil philosphisch sein. Dachte ich.

Mein Fazit nach 100 Seiten ist: Es ist weder das Eine noch das Andere.

Wenn Ihr erfahren wollt, wieso meine Meinung so ausgefallen ist, lest getrost weiter…

Fliesssand oder Eine todsichere Anleitung zum Scheitern von Steve Toltz

Originalcover- Rechte DVA

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Geschichte eines Stalkings

Mir brennt es unter den Fingernägeln Euch von meiner letzten Lektüre zu erzählen:1840_Baerfuss_Hagard

„Hagard“ von Lukas Bärfuss

Wir haben sicherlich auch alle schon gelesen, dass es sich hierbei um einen Nominée für den Preis der Leipziger Buchmesse handelt. Lukas Bärfuss ist als Preisträger nicht unerfahren. Seine Werke wurden bereits mit zahlreichen Literaturpreisen geehrt. Mehr hierzu später.

Auszug Umschlagstext

„Philip folgt, aus einer Laune heraus, im Feierabendgedrängel einer Frau. Er kennt sie nicht, sieht sie auch nur von hinten, aber wie in einem Spiel sagt er sich: Geht sie dort entlang, lasse ich sie entschwinden; geht sie in die andere Richtung, spiele ich das Spiel noch eine kleine Weile weiter Es bedeutet scheinbar nichts, niemand kommt zu Schaden, un der Abstand ist so groß, daß die Frau es gar nicht bemerkt.[…]Warum beginnt er plötzlich seine Verpflichtungen zu verachlässigen? Was will er von ihr?“

Gedanken zum Verfolger

Mit diesem Umschlagstext hatte mich das Buch im Buchladen in seinem Bann, also nichts wie los und ein Rezensionsexemplar bestellt.

Was mich dann erwartete? Nun, zunächst ein Ich-Erzähler, der scheinbar allwissend über der angekündigten Hauptperson schwebt. Sorgenvoll ist sein Ton und mit vielen offengebliebenen Fragen leitet dieser die Geschichte um den Ausbruch Philips ein. Wir erwischen Philip anfangs in einer typischen Managersituation. Immer wieder mit seinem Smart Phone quercheckend und seine Assistenz konsultierend, bahnt er sich seinen Weg an einem Spätnachmittag zu einem nicht ganz unwichtigen Geschäftstermin.

Aus Randsätzen und im Verlauf der Beobachtungen rund um die Figur wird dem Leser die Wichtigkeit des Termins für einen satten Gewinn klar.
Wie nebenher eingestreut wird auch die Gesellschaftskritik und der auf dem Buchcover angekündigte „unbestechliche Blick“ des Autors auf seine Umgebung und das heutige Leben. Weiterlesen

Versuch & Reinfall

Buchtitel: Das Freudenhaus
Autor: Guy de Maupassant

Frankreich wollte ich entdecken. Auch gern das Frankreich eines anderen Jahrhunderts. Auf dem Weg zum Ziel habe ich mich sehr vergriffen. „Das Freudenhaus“ möchte gern Gesellschaftssatire sein und war zu seiner Zeit gegebenenfalls auch sprachlich eine Neuerung, denn die Sprache ist für das 19.Jahrhundert recht schnörkellos und klar gehalten. An altertümlichen Wendungen mangelt es dennoch nicht. Letzteres aber nimmt man ja in Kauf, wenn man sich für einen Klassiker entscheidet.
Als Gesellschaftskritik oder -satire lasse ich dieses Büchlein Herrn Maupassant nicht durchgehen. Bevor ich mich weiter in meine Begründung vertiefe kurz zum Inhalt:

Wir sind in einem französichem Städtchen der damaligen Zeit und lernen ein Bordell samt deren Bewohnerinnen kennen. Die Besitzerin und die dort tätigen Damen haben ein sehr familiäres Miteinander. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Inhaberin alle ihre Mitarbeiterinnen auf eine Kurzreise in das heimatliche Dorf mitnimmt als sie zu der Erstkommunion ihrer Nichte geladen wird. Hier spielt sich dann der Hauptteil der Geschichte ab, wobei angeschnittene Aspekte der Dorfcharaktere völlig unter den Tisch fallen. Die Damen ergehen sich in tiefen Emotionen angesichts der Unschuld der jungen Nichte und der Kommunion. Fahren dann aber natürlich in ihren Alltag zurück.
Soviel dazu.

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