Lesungen im Sommerloch

Der Sommer ist keine Zeit für Lesungen, Literatur oder Kunst? Sehe ich anders und so habe ich Euch wieder – städteweise geordnet – Tipps rundum literarische Veranstaltungen rausgesucht.

Ich starte, für mich wohnortnah, mit unserer Hauptstadt.

DAS Event schlechthin im Juli ist für mich das Fest zur Preisverleihung des 9. Internationalen Literaturpreises im Haus der Kulturen der Welt (HKW).

Dieser Preis feiert den Autor und dessen Übersetzerinnen in die deutsche Sprache simultan. 2017 geht der Internationale Literaturpreis an den Autor Fiston Mwanza Mujila und die Übersetzerinnen Katharina Meyer und Lena Müller für den Roman Tram 83 und seine Übertragung aus dem Französischen.  Tram 83 wird als furioser Roman der postkolonialen kongolesischen Großstadt für seine Sprachkunst gefeiert.

Das Fest steigt am 6. Juli um 18 h im HKW. Eintritt ist frei.

Nun zu einem etwas kleineren Rahmen. Der Suhrkamp Verlag lädt in Kooperation mit dem English Theater Berlin und der Kreuzberger Krimibuchhandlung Hammett zu einer schönen Lesung mit Zoë Beck ein. Diese stellt uns ihren neuen Zukunftsthriller vor. In diesem läuft der Drogenhandel eines zukünftigen London auf anderen Wegen als heute. Nämlich über eine App. Der Transport und die Zustellung wiederum über Drohnen (auf was für Ideen man so kommt…).
Kopf des Ganzen ist der Hauptcharakter des Buchs, Ellie Johnson. Sie weiß, dass ihr neues „Geschäftsmodell“ der gesamten Londoner Unterwelt auf den Schlips getreten ist und deren Erfolg bedroht. Nun wollen zahlreiche Konkurrenten ›Die Lieferantin‹ tot sehen. Ein Kopfgeld wird auf sie ausgesetzt und Ellie muss sich ihren Feinden stellen.

Wie schon angedeutet, ist der Titel des Buchs „Die Lieferantin“. Bei der Veranstaltung handelt es sich um die Berliner Buchpremiere und Zoë Beck liest selbst. Tickets für 8 EUR gibt es zum Beispiel hier.

Auch an meine alte hessische Heimat möchte ich mit meinen Tipps denken.

Schon sein 2008 trifft der literarische Nachwuchs aus Frankfurt a.M. und Umgebung im Dunstkreis des Frankfurter Literaturhauses und stellt ebenso dort die Ergebnisse seiner Arbeit vor. Das ganze unter dem Titel sexyunderground.

Die Lesung findet im Literaturhaus statt am 4.7. um 19.30 h. Eintritt beträgt 5 EUR. Mehr Infos und Ticketkauf hier.

Noch eine Sommerlesungsempfehlung…

…diesmal aus Köln. Zu meiner eigenen (positiven) Überraschung bleiben die spannenden Veranstaltungen des Juli auf dem afrikanischen Kontinent. So auch im Kölner Literaturhaus. Hier verspricht die Lesung am 4.7. intensiv und bewegend zu werden. In der literarischen Reihe Afrikanissimo stellt Weltenbummler Ilja Trojanow diesmal die kenianische Autorin Yvonne Adhiambo Owuor und ihren im DuMont Verlag erschienen Roman „Der Ort, an dem die Reise endet“ vor.
Angekündigt wird der Roman als eine Geschichte von Macht, Täuschung, von unerwiderter Liebe und dem unbeirrbaren Willen zum Überleben in einem zerrissenen Land.

Puh. Schwere Kost, aber wer will schon mit nichtssagenden ladida- Romanen Lebenszeit verschwenden. Tickets für die Afrikanissimo-Lesung findet Ihr hier.

So, liebe Büchernarren und -Närrinnen, ich hoffe ich konnte wieder etwas für Euch erstöbern und wünsche noch einen schönen literarischen Juli!

Euer Buchstabendrechsler Kasia

 

 

Polnische Krimis & FFM-Lokalmatadoren als Lesungstipp März

Ein lautes Hallo in die Runde!
Heute soll es wieder um Tipps für Literatur LIVE gehen.

Die beiden Messen diesen Monat sind omnipräsent auf allen Blogs und allen Webkanälen:
Die Leipziger Buchmesse und die lit.Cologne, welche wohlbemerkt schon angelaufen ist.

Jedoch! Auf die Großveranstaltungen will ich mich nicht stürzen. Bzw. fast nicht. Weiterlesen

Leseabenteuer live im Februar 2017

Rows of colorful chairsDas neue Jahr ist nun da und Ihr habt sicherlich alle vom Silvestertrubel wieder Luft geholt. Da könnte man doch glatt wieder ans Ausgehen denken… und somit hoffentlich auch an das ein oder andere Literaturevent oder eine Lesung. Hier habe ich Euch einige Tipps für den Februar und auch etwas darüber hinaus zusammengestellt. Schön geordnet nach Ort.

Berlin:

Mein erster Berliner Tipp ist ein Dauerrenner – der Mittwochabend mit den Surfpoeten. Hier lesen Autoren ihre Texte, die sie selbst als Surfliteratur beschreiben, im Mauersegler am Mauerpark. Zwischendurch wird mit Musik für Abwechslung gesorgt, daher nutzen einige auch die Bezeichnung „literarische Disko“ für dieses regelmässige Event. Ganz Mutige können eigene Texte (bis max. 5 Minuten!) am offenen Mikrofon vortragen. Start ist ab 21 h (mit Berliner Zusatzpuffer). Eintritt 4 EUR.

Mein zweiter Berliner Tipp für den Februar ist die Lesung von Max Goldt im Theater am Kurfürstendamm am 10.2.. Max Goldt ist in seiner Rolle als Schriftsteller bekannt für seinen verschrobenen Humor und grotesken Texte. Er polarisiert, ist nicht unbedingt für jedermann. Trotzdem ein vielfach gewürdigter Autor und Musiker. Wen Details interessieren, schaut doch unter die nachfolgenden Links vorbei:
Wikieintrag
Webpage Katz & Goldt
Weitere Ticketkaufoption für den 10.2. in Berlin ist hier zu finden. Tickets liegen bei 22,90 EUR.

Auch auf die Gefahr hin Berlin wieder sehr viel Vorzug gegeben zu haben, möchte ich noch einen kleinen Insider loswerden: Das Bücherbattle . Am 20. Februar findet es das 17-te Mal statt. 19.30 h in der Galerie Zeitzone.
Um was geht es beim Bücherbattle: Lieblingsbücher in 7 Min vorstellen. Das Publikum entscheidet, wer gewinnt. Eine Mischung aus Lesung und Poetry Slam. Wer vorlesen mag meldet sich über die Facebookpage von Bücherbattle allgemein oder per Mail an info@buecherbattle.de.
Im Februar featured author: Firas Alshater: www.firasalshater.com
Von seinen Erlebnissen in Deutschland und Syrien erzählt Firas witzig, tragikomisch, offen und immer liebenswert frech in seinem Buch „Ich komme auf Deutschland zu.“

Nun aber endlich zu den anderen Großstädten in unserem schönen Lande!
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Weihnachtsmänner kommen zu Katern

Ich hatte es ja mehrfach angekündigt: Wir haben – ich denke aus nostalgischen Gründen – der Weihnachtslesung von Sven Nordqvists Petterson & Findus durch Heike Makatsch am letzten Sonntag regelrecht entgegengefiebert. Nun war es soweit. Prater, am Sonntag 11 h. Und unsere hohen Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Soviel Spoiler muss gleich mal sein 😉
Nun aber zum Pudels Kern.

Location & Atmosphäre:

Was man an den weiter unten eingefügten Bildern nicht sieht: Es war ausverkauft. So viele Kinder im Alter zwischen ca. 2 bis 8 habe ich schon lange nicht mehr auf einem Haufen gesehen. Das will was heißen. Ich bin schließlich selbst Mutter eines Kitakindes.

Für künftige Planung von Events muss man wissen: Der Prater glänzt eher mit rauhem Betoncharme gekoppelt mit ein paar pseudoedlen Kronleuchtern. Weite Teile der Wände sind dezent verhängt. Das ist auch gut so. Denn wenn noch mehr von der uralten Bausubstanz zu sehen wäre, würde die Atmosphäre sicherlich von „ostedel“ zu „einfach alt“ kippen. Dafür ist die Bestuhlung des großen Saals wirklich gut. Der Winkel ist so, dass man die Bühne gut sehen kann – ungeachtet des Vordermanns. Sogar mit dem 110 cm großem Nachwuchs war noch gute Sicht zu holen. Ein kleines Foyer inkl. Getränkebar mit vernünftigen Preisen runden ein pragmatisch-ostiges Ambiente ab. Wir haben uns jedenfalls, trotz der kleinen Kritik oben, wohl gefühlt.

Veranstaltung selbst:

Eine klitzekleine Überraschung blühte dem vollen Saal gleich bei Ankündigung durch den Veranstalter (Thalia, in Kooperation mit Parkauetheater). Es wurde gar nicht aus „Petterson kriegt Weihnachtsbesuch“ gelesen, sondern eine 50 Minuten-Fassung der Geschichte  „Morgen Findus wird´s was geben. 9783789143076
In der Geschichte hat Findus so viel vom Weihnachtsmann gehört, daß er ihn gerne einmal persönlich sehen möchte. Petterson weiß natürlich, wie es sich mit dem Geschenkebringer in Wahrheit verhält. Er möchte Findus aber nicht enttäuschen. Als emsiger Erfinder ersinnt er eine Weihnachtsmannmaschine. Zu den Hindernissen rund um den Bau der Maschine gesellt sich ein geheimnisvoller Fremder mit Rauschebart. In der Rolle eines ausgefallen Briefträgers bringt er unerwartet Unterstützung und Schwung in die Sache… so, das langt nun aber von der Geschichte. Wer es genau wissen will, kann ja kaufen und lesen. Oder ausleihen und lesen… 😉

Das Original ist tatsächlich sehr lang. Da die Veranstaltung „ab 4 Jahren“ angekündigt war, haben wir es begrüßt, dass auf 50 Minuten runtergekürzt wurde. An Charme hat die Geschichte dadurch nicht verloren, also Daumen hoch hierfür.
50 Minuten stilles Zuhören ist für so manchen 4-jährigen immernoch seeeehr ambitioniert. Hier hätte man ev. mit der Altersempfehlung ein Jährchen nach oben gehen sollen. Trotzdem haben mich die Kinder positiv überrascht. Es war nicht zu laut, der Bann zur Erzählerin war ungebrochen.

Die Erzählerin:

Ihre Profession, den eigenen Spaß an der Sache und den tollen Umgang mit Kindern merkte man Heike Makatsch von der ersten bis zur letzten Minute an. Mit ihrer einzigartigen Stimme, tollem Nachmachen der einzelnen Figuren und guter Ansprache der Kinder im Publikum hat sie (scheinbar) mühelos eine tolle Veranstaltung gezaubert. DANKE!
Besonders gefreut hat uns auch die anschließende Signierstunde. Haben uns da nichts entgehen lassen.

Fazit:

Jederzeit wieder. Kleine Idee unabhängig von der super Umsetzung: Es wäre vielleicht auch für die Konzentration der Kinder günstig ein kleines Bilderbuchkino daraus zu machen…die Bühne war einfach abgehängt. Dies nur als Idee für die Zukunft. Würde vor allem auf Grund der Performance von Heike Makatsch die Lesung jederzeit jedem empfehlen.
Abschliessend noch einige Impressionen in Bildern…
Eure Kasia von nichtohnemeinbuch

Nordischer Lesungstipp zum 3. Advent in Berlin

Small red house model covered with snowWas ist das nur mit den Nordlichtern unter den Autoren und deren durchschlagendem Erfolg?  So viele skandinavische Autoren und Künstler haben für mich einfach das gewisse Extra.
Ist das die stärker spürbare Freiheit und Weite des Landes? Ist es etwas, das einfach tief in Kultur und schon in frühester Erziehung verwurzelt ist?
Oder gar die Einfachheit mit der an ursprüngliche Natur angebunden werden kann, sofern man will?
Geknackt habe ich die Frage nicht, aber ich habe Karten ergattert für eine Familien-Lesung, auf die ich mich extrem freue:
Gelesen wird aus Sven Nordqvists „Petterson kriegt Weihnachtsbesuch“.  Die lesende ist keine geringere als Heike Makatsch. Location ist das Theater an der Parkaue – genauer gesagt der Prater – in Berlin (Parkaue Theater) am 11.12., sprich diesen Sonntag. Wer noch nach Karten schauen will, kann es hier tun.

Sven Nordqvist hängt seine Kinderbücher und Geschichten stark an seiner Zeichenkunst auf. Mit seinem Stil und den Geschichten ist er einer der beliebtesten Kinderbuchautoren überhaupt geworden – darf ich einfach mal frei behaupten.

Spannend finde ich auch, dass auch sein eigener Werdegang zum Traum ein Zeichner zu sein nicht geradlinig war. Das macht Mut eigene Träume und Gedanken nicht zu den Akten zu legen, bloß weil nicht alles sich gleich als Selbstläufer entpuppt. Nun schweife ich aber ab, ich erzähle Dir lieber noch kurz wie Sven nun zu seinem Erfolg kam.

Svens Weg zum Traum vom Zeichnen

Als Kind wollte er Landwirt werden, aber schon als Teeny träumte er nur noch vom Zeichnen. Mit der Kunstschule klappte es prompt nicht. Er wurde abgelehnt. Pragmatisch entschied Sven sich für ein Architekturstudium und arbeitete weiter als Hochschuldozent.

Nebenher zeichnete er aber weiter und verkaufte erste Bilder an Schulbuchverlage.
Nach ersten Preisen für die Zeichnungen erschien 1984 sein Bilderbuch »Eine Geburtstagstorte für die Katze« und machte ihn sehr schnell bekannt. Damit begann auch der Siegeszug von Petterson & Findus 🙂

Eine weitere Figur von Sven Nordqvist, die unser eigenes Regal bevölkert ist die wissbegierige, experimentierfreudige »Mama Muh«, die Kuh aus den Geschichten von Jujja und Tomas Wieslander. Sie verdankt ihre Optik Sven Nordqvist.

Mit einer langen Aufzählung der zahlreichen Preise, die Sven für sein Werk abgeräumt hat, will ich Euch nicht langweilen.

Die Weihnachtsgeschichte von Petterson & Findus9783789161742

Ich kehre lieber zurück zu meiner tollen Literatur-Activity an diesem Wochenende.

Ein Anreiz ist die liebevolle Geschichte selbst rund um den neugierigen Kater Findus und seinen erfinderischen alten Herrn Petterson. In der Geschichte ist es kurz vor Weihnachten und ein Missgeschick führt zu unerwarteten Nöten. Petterson verstaucht sich den Fuß. Wie sollen die beiden jetzt zu einem Weihnachtsbaum kommen? Und wie zu Stockfisch, Fleischklößchen und Pfefferkuchen? Eine schöne Bescherung!

Aber halt: Der zweite Anreiz ist die Lesende selbst, Heike Makatsch. Sie hat schon auf zahlreichen Hörbüchern mit Ihrer rauen Stimme Zuhörer in den Bann gezogen und so bin ich gespannt sie nun live zu der Stimme zu sehen.
Du merkst schon, ich habe selbst riesige Erwartungen an dieses Wochenende. Falls Du tatsächlich noch einen freien Sonntag hast, schau doch mal nach Karten für die Lesung. Ansonsten schreibe ich bestimmt nächste Woche, ob meine Erwartungen auch erfüllt wurden!
Noch einen schönen Wochenausklang für Dich!
Deine Kasia von nichtohnemeinbuch

Buchmesse mal anders

Ja, ich gebe es zu, die Schnellste war ich nicht im Registrieren, dass der Berliner Verlagsmarkt sich mittlerweile um eine eigene Messennische bemüht hat. Aber besser spät als nie! Daher möchte ich alle Berliner Leseratten, die Leseratten von außerhalb und auch solche die gern alternative Verlage und Selfpublishing unterstützen anfixen: Mit der Berliner Buchmesse. Am 19. und 20. November 2016 ist es soweit und das immerhin schon das 3. mal. Rund 150 unabhängige Verlage und Selfpublisher aus ganz Deutschland werden ihr Programm vorstellen. Wo sonst als in Berlin finden Veröffentlichungen – die am Mainstream vorbei gehen – Gehör und Interessenten. Persönlich, finde ich das Konzept eine passende Ergänzung zur Leipziger Buchmesse, vom Frankfurter Riesen will ich gar nicht sprechen…das bleibt eine andere Liga…
Auch für Autoren selbst gibt es ein schönes Begleitprogramm: Einfach mal auf die Webpräsenz schauen, da bekommt Ihr auch schon für Freitag (18.) eine interessante Veranstaltung angeboten, wie Selfpublishing effizient werden kann.

Die Location, das Estrel Berlin direkt am S-Bahnhof Sonnenallee, bietet ein stilvolles Ambiente, mehr Platz, zwei Lesesäle, ausreichend Parkplätze (kostenpflichtig) etc. etc….Ach ja, bevor ich es vergesse: Eintritt ist fair: 4 EUR.

Also hier der offizielle Link: Berliner Buchmesse 2016