Ich kam, verschlang & entspannte

Wie unschwer zu erkennen ist, bin ich auch auf LovelyBooks aktiv. Ein schöner Effekt der Aktivität dort ist, dass man sich hin und wieder um Bücher, die neu auf dem Markt sind und die von besonderem Interesse für einen selbst sind, bewerben kann. Gesagt, getan. Und gewonnen! Jo Nesbøs nigelnagelneuer Fall von Harry Hole unter dem Titel „Durst“ kam zu mir nach Hause geflattert.
Etwas vorwegnehmend kann ich schon mal sagen: Selten so schnell verschlungen!

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Originalbuchcover – Rechte Ullstein Verlag

Ich verspreche nicht zu spoilern und brenne schon darauf Euch von meinem Leseerlebnis zu erzählen…

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Weihnachtsmänner kommen zu Katern

Ich hatte es ja mehrfach angekündigt: Wir haben – ich denke aus nostalgischen Gründen – der Weihnachtslesung von Sven Nordqvists Petterson & Findus durch Heike Makatsch am letzten Sonntag regelrecht entgegengefiebert. Nun war es soweit. Prater, am Sonntag 11 h. Und unsere hohen Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Soviel Spoiler muss gleich mal sein 😉
Nun aber zum Pudels Kern.

Location & Atmosphäre:

Was man an den weiter unten eingefügten Bildern nicht sieht: Es war ausverkauft. So viele Kinder im Alter zwischen ca. 2 bis 8 habe ich schon lange nicht mehr auf einem Haufen gesehen. Das will was heißen. Ich bin schließlich selbst Mutter eines Kitakindes.

Für künftige Planung von Events muss man wissen: Der Prater glänzt eher mit rauhem Betoncharme gekoppelt mit ein paar pseudoedlen Kronleuchtern. Weite Teile der Wände sind dezent verhängt. Das ist auch gut so. Denn wenn noch mehr von der uralten Bausubstanz zu sehen wäre, würde die Atmosphäre sicherlich von „ostedel“ zu „einfach alt“ kippen. Dafür ist die Bestuhlung des großen Saals wirklich gut. Der Winkel ist so, dass man die Bühne gut sehen kann – ungeachtet des Vordermanns. Sogar mit dem 110 cm großem Nachwuchs war noch gute Sicht zu holen. Ein kleines Foyer inkl. Getränkebar mit vernünftigen Preisen runden ein pragmatisch-ostiges Ambiente ab. Wir haben uns jedenfalls, trotz der kleinen Kritik oben, wohl gefühlt.

Veranstaltung selbst:

Eine klitzekleine Überraschung blühte dem vollen Saal gleich bei Ankündigung durch den Veranstalter (Thalia, in Kooperation mit Parkauetheater). Es wurde gar nicht aus „Petterson kriegt Weihnachtsbesuch“ gelesen, sondern eine 50 Minuten-Fassung der Geschichte  „Morgen Findus wird´s was geben. 9783789143076
In der Geschichte hat Findus so viel vom Weihnachtsmann gehört, daß er ihn gerne einmal persönlich sehen möchte. Petterson weiß natürlich, wie es sich mit dem Geschenkebringer in Wahrheit verhält. Er möchte Findus aber nicht enttäuschen. Als emsiger Erfinder ersinnt er eine Weihnachtsmannmaschine. Zu den Hindernissen rund um den Bau der Maschine gesellt sich ein geheimnisvoller Fremder mit Rauschebart. In der Rolle eines ausgefallen Briefträgers bringt er unerwartet Unterstützung und Schwung in die Sache… so, das langt nun aber von der Geschichte. Wer es genau wissen will, kann ja kaufen und lesen. Oder ausleihen und lesen… 😉

Das Original ist tatsächlich sehr lang. Da die Veranstaltung „ab 4 Jahren“ angekündigt war, haben wir es begrüßt, dass auf 50 Minuten runtergekürzt wurde. An Charme hat die Geschichte dadurch nicht verloren, also Daumen hoch hierfür.
50 Minuten stilles Zuhören ist für so manchen 4-jährigen immernoch seeeehr ambitioniert. Hier hätte man ev. mit der Altersempfehlung ein Jährchen nach oben gehen sollen. Trotzdem haben mich die Kinder positiv überrascht. Es war nicht zu laut, der Bann zur Erzählerin war ungebrochen.

Die Erzählerin:

Ihre Profession, den eigenen Spaß an der Sache und den tollen Umgang mit Kindern merkte man Heike Makatsch von der ersten bis zur letzten Minute an. Mit ihrer einzigartigen Stimme, tollem Nachmachen der einzelnen Figuren und guter Ansprache der Kinder im Publikum hat sie (scheinbar) mühelos eine tolle Veranstaltung gezaubert. DANKE!
Besonders gefreut hat uns auch die anschließende Signierstunde. Haben uns da nichts entgehen lassen.

Fazit:

Jederzeit wieder. Kleine Idee unabhängig von der super Umsetzung: Es wäre vielleicht auch für die Konzentration der Kinder günstig ein kleines Bilderbuchkino daraus zu machen…die Bühne war einfach abgehängt. Dies nur als Idee für die Zukunft. Würde vor allem auf Grund der Performance von Heike Makatsch die Lesung jederzeit jedem empfehlen.
Abschliessend noch einige Impressionen in Bildern…
Eure Kasia von nichtohnemeinbuch

Nordischer Lesungstipp zum 3. Advent in Berlin

Small red house model covered with snowWas ist das nur mit den Nordlichtern unter den Autoren und deren durchschlagendem Erfolg?  So viele skandinavische Autoren und Künstler haben für mich einfach das gewisse Extra.
Ist das die stärker spürbare Freiheit und Weite des Landes? Ist es etwas, das einfach tief in Kultur und schon in frühester Erziehung verwurzelt ist?
Oder gar die Einfachheit mit der an ursprüngliche Natur angebunden werden kann, sofern man will?
Geknackt habe ich die Frage nicht, aber ich habe Karten ergattert für eine Familien-Lesung, auf die ich mich extrem freue:
Gelesen wird aus Sven Nordqvists „Petterson kriegt Weihnachtsbesuch“.  Die lesende ist keine geringere als Heike Makatsch. Location ist das Theater an der Parkaue – genauer gesagt der Prater – in Berlin (Parkaue Theater) am 11.12., sprich diesen Sonntag. Wer noch nach Karten schauen will, kann es hier tun.

Sven Nordqvist hängt seine Kinderbücher und Geschichten stark an seiner Zeichenkunst auf. Mit seinem Stil und den Geschichten ist er einer der beliebtesten Kinderbuchautoren überhaupt geworden – darf ich einfach mal frei behaupten.

Spannend finde ich auch, dass auch sein eigener Werdegang zum Traum ein Zeichner zu sein nicht geradlinig war. Das macht Mut eigene Träume und Gedanken nicht zu den Akten zu legen, bloß weil nicht alles sich gleich als Selbstläufer entpuppt. Nun schweife ich aber ab, ich erzähle Dir lieber noch kurz wie Sven nun zu seinem Erfolg kam.

Svens Weg zum Traum vom Zeichnen

Als Kind wollte er Landwirt werden, aber schon als Teeny träumte er nur noch vom Zeichnen. Mit der Kunstschule klappte es prompt nicht. Er wurde abgelehnt. Pragmatisch entschied Sven sich für ein Architekturstudium und arbeitete weiter als Hochschuldozent.

Nebenher zeichnete er aber weiter und verkaufte erste Bilder an Schulbuchverlage.
Nach ersten Preisen für die Zeichnungen erschien 1984 sein Bilderbuch »Eine Geburtstagstorte für die Katze« und machte ihn sehr schnell bekannt. Damit begann auch der Siegeszug von Petterson & Findus 🙂

Eine weitere Figur von Sven Nordqvist, die unser eigenes Regal bevölkert ist die wissbegierige, experimentierfreudige »Mama Muh«, die Kuh aus den Geschichten von Jujja und Tomas Wieslander. Sie verdankt ihre Optik Sven Nordqvist.

Mit einer langen Aufzählung der zahlreichen Preise, die Sven für sein Werk abgeräumt hat, will ich Euch nicht langweilen.

Die Weihnachtsgeschichte von Petterson & Findus9783789161742

Ich kehre lieber zurück zu meiner tollen Literatur-Activity an diesem Wochenende.

Ein Anreiz ist die liebevolle Geschichte selbst rund um den neugierigen Kater Findus und seinen erfinderischen alten Herrn Petterson. In der Geschichte ist es kurz vor Weihnachten und ein Missgeschick führt zu unerwarteten Nöten. Petterson verstaucht sich den Fuß. Wie sollen die beiden jetzt zu einem Weihnachtsbaum kommen? Und wie zu Stockfisch, Fleischklößchen und Pfefferkuchen? Eine schöne Bescherung!

Aber halt: Der zweite Anreiz ist die Lesende selbst, Heike Makatsch. Sie hat schon auf zahlreichen Hörbüchern mit Ihrer rauen Stimme Zuhörer in den Bann gezogen und so bin ich gespannt sie nun live zu der Stimme zu sehen.
Du merkst schon, ich habe selbst riesige Erwartungen an dieses Wochenende. Falls Du tatsächlich noch einen freien Sonntag hast, schau doch mal nach Karten für die Lesung. Ansonsten schreibe ich bestimmt nächste Woche, ob meine Erwartungen auch erfüllt wurden!
Noch einen schönen Wochenausklang für Dich!
Deine Kasia von nichtohnemeinbuch

Advent, Advent…

Für die Langzeitplaner und Adventszeitgenießer:

Am 11. Dezember 2016 liest Heike Makatsch „Petersson und Findus feiern Weihnachten“ u.a. Geschichten von Sven Nordquist! Nicht zögern, Kind und Kegel werden dieses Buchhappening genießen.

Wann genau? 11.12.2016 11h
Wo? Prater (Berlin)
Info & Karten

Das Mørck-Dilemma wird fortgesetzt

Titel: Schändungadlerolsen_schandung

Autor: Jussi Adler-Olsen

Inhalt: Von Jussi Adler-Olsens zweitem Buch rund um Carl Mørck war ich zugegebener Maßen etwas enttäuscht. Das die Gewaltexzesse und kriminellen Machenschaften einer bis zum Erbrechen verdorbenen Internatsclique unentdeckt und vor allem ungestraft geblieben sein sollen, sprengt doch etwas meinen Sinn für Realitätsnähe.

Naja, jedenfalls wird in diesem Teil Carl Mørck durch einen anonymen Hinweis eines Polizeikollegen auf einen – eigentlich aufgeklärten – brutalen Mordfall an einem Geschwisterpaar vor zwanzig Jahren aufmerksam. Einmal angefangen zu bohren und zu graben, bröckeln die Beweise und auch das alte Geständnis eines angeblichen Täters erscheint suspekt.

Durch Perspektivenwechsel erhält der Leser kontinuierlich Einblick in die parallelen Ereignisse sowie die vergangenen tragischen Lebensepisoden rund um die, in der Obdachlosigkeit gestrandete, Cliquenaussteigerin Kimmie. Selbige Erzählerwechsel geben dem Leser Informationen zu den verbliebenen, mittlerweile mächtigen und stinkend reichen verbliebenen Cliquenmitgliedern. Alle Erzählstränge bewegen sich recht vorrausschaubar auf das große Finale zu. Die Geschichten der einzelnen Cliquenprotagonisten geben zu viel Information, um noch mysteriös zu bleiben und setzen eher auf Ekeleffekte. Auch das Ende ist trotz des angenehmen, leichten Leseerlebnisses diesmal zu durchschaubar. Hmm. Aber es gibt ja noch genug Folgeepisoden rund um Mørck, die das wieder ausbügeln können.

Das Mørck Dilemma beginnt

Buchtitel: Erbarmen
Autor: Jussi Adler-Olsen

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Inhalt: Viel ist schon um die Reihe von Jussi Adler-Olsen geschrieben worden. Der sympathische Däne – übrigens mit einer nicht minder sympathischen Frau verheiratet – hat ein Händchen dafür in ganz wenigen Worten ganz viel zum Ausdruck zu bringen. Dies schafft er nicht nur in der Einleitung der persönlichen Mørck-Tragödie rund um den Tod seines besten Freundes bzw. die schwere Verletzung seines Partners. Auch sein Weg raus aus dem Schuldkomplex über die neue Aufgabe im Sonderdezernat Q ist glaubhaft gezeichnet. Sein Auftakt ist der – eigentlich abgeschobene – Fall rund um die junge erfolgreiche Politikerin Merete Lynggaard, die augenscheinlich Selbstmord begangen haben soll. Wie Carl Mørck eine neue Chance auf berufliche Partnerschaft mit Hafez el-Assad bekommt, die Ungereimtheiten des Lynggaard-Falls inkompetenten Polizeikollegen in seiner unverwechselbaren Mørck-Art unter die Nase reibt und letztendlich dem Sonderdezernat Q einen Erfolgsauftakt ohne Gleichen beschert, lest gerne selbst. Für Leser, die eine Mischung aus pointierter Charakterdarstellung und Action genießen, immer empfehlenswert.