Regeln, soziale Kontrolle vs. Mensch

Spannend sich einen Autor zu erschliessen, über den man weder thematisch noch über Covergestaltung sonst jemals gestolpert wäre.

Das ist eine – kleine – Konsequenz meiner Franzobel-Lektüre. Alles um dieses Erlebnis herum war eine kleine erfreuliche Überraschung. Schon der Hinweis zum Buch war erfreulich, denn ich erhielt ihn von einem lieben Kollegen, dem ich jeden Tag gegenübersitze. Das Thema Lesen ist uns in unseren Unterhalten bislang entschlüpft. Nun, jener Kollege hatte ebenfalls Das Floß der Medusa gelesen und legte mir die Lektüre nahe als ich ihm von meiner Begeisterung über Juli Zeh erzählte. Von diesem Werk – Das Floß der Medusa – möchte ich Euch in diesem Beitrag berichten.

Floss der Medusa

Bildrechte/Coverrechte Zsolnay / Deuticke

 

Weiterlesen

Leere Herzen – wieso ich nicht beim Zeh-Bashing mitmache

Das Jahr 2018 startet mit eher ernsterer Kost. Wie Ihr Euch entsinnt aus meinem letzten MittendrinMittwoch hatte ich mich im Dezember ganz dem im Luchterhand- Verlag erschienenen „Leere Herzen“ von Juli Zeh gewidmet. Nicht ohne Grund. Obwohl die Autorin für ihren kontinuierlichen Drang zu moralgespickter Gesellschaftsanalyse bzw- -kritik unter Beschuss geraten ist, bekenne ich mich weiter als Zeh´aner. Lasst mich nachfolgend erläutern, wieso dem so ist.

bud-helisson-465328

Bildrechte: Bud Helisson via unsplash.com

Weiterlesen

Mittendrin Mittwoch reloaded

Es ist kurz vor Weihnachten, mein Terminkalender sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr und meine arbeitsbedingte Bloggerzwangspause wurmt mich mehr denn je. Da ich aber nebenher sehr wohl einer spannenden Lektüre fröhne, melde ich mich hiermit auch wieder aus der Versenkung.

Juli Zeh ist die Autorin und damit Ihr es wisst – eine meiner absoluten Lieblingsliteratinnen. Ihr gerade erst im Luchterhand Verlag erschienenes Buch „Leere Herzen“ besticht (mich zumindest) mit einem gnadenlosen, messerscharfen Blick auf uns Menschen und unsere Gesellschaft.

Wer-was-wo?

Nehmen wir jedoch einen kleinen Schritt zurück und werfen einen klassischen Blick auf den Inhalt des Werkes und die Protagonisten. Wir befinden uns in einer nicht allzufernen Zukunft in Deutschland. Haupt(anti)heldin ist Britta. Desillusioniert, keine Träume, Mann, Kind und Co-Inhaberin eines blühenden Geschäfts.

Sehr schnell wird klar, dass „Die Brücke“ – so nennt sich das Kleinstunternehmen -ein rechtlich und moralisch fragwürdiges Geschäftsmodell verfolgt. Auf hier nicht näher zu beschreibende Art machen Britta und ihr Geschäftspartner Babak, ein Programmiergenie, Geld mit dem Selbstmord von Menschen. Sie fliegen gern unter dem Radar und müssen sich keine Gedanken mehr um Rechnungen machen.

Bis sie scheinbar Konkurrenz bekommen. Wer ist der vermeintliche Wettbewerber? Geht es nur darum? Oder um mehr?

tim-marshall-114623

Copyright: Tim Marshall via unsplash.com

Weiterlesen

Lasset die Lieblinge zu Wort kommen

So schnörkellos schreibe ich heute… kein canva-gestyltes Bild, kein Logo… nun – so ein Umzug fordert seinen Tribut. Dieser lautet: Kein Internet, keine Bildbearbeitung am Rechner, keine längeren Beiträge.

Daher funke ich mein Lebenszeichen heute an Euch aus einem Internetcafé im schönen Berlin-Schöneberg und habe natürlich ein kleines Nachweisbild sowie ein Zitat von einer meiner „Autorinnen“-Vorbildern mitgebracht:

„Nicht einmal die Wahrheit höchstpersönlich ist so überzeugend wie ein gut zementiertes Vorurteil.“
Juli Zeh

Zu dem Thema Pro & Kontra des Schubladendenkens bzw. der Vor- und Nachteile von Stereotypen hatte ich mich im pflegerischen Kontext übrigens schon mal länger ausgelassen, nämlich auf meinem pflegepsychologisch-Blog. Nur so, zum Schmökern 😉

So. Und nun noch der Nachweis meines temporären „Arbeitsplatzes“ inklusive der aktuellen Lektüre von Abir Mukherjee „Ein angesehener Mann„:

WP_20170721_10_16_44_Pro

Abir Mukherjee nimmt mich mit in das Kalkutta von 1919… trotz Internetcafé-Arbeitsplatz…Erschienen im HEYNE Verlag

Abirs Webpräsenz – für englischsprachige Leser – konnte ich eben freudig schon die Ankündigung des Nachfolgeromans entnehmen. Hooray! Der Auftakt liest sich nämlich auch wirklich gut. Opiumsüchtiger ex-Scotland Yard Agent und Kriegsveteran löst politisch angehauchten Mordfall in den Dünsten von Kolonialindien….

 

Lesungen im Sommerloch

Der Sommer ist keine Zeit für Lesungen, Literatur oder Kunst? Sehe ich anders und so habe ich Euch wieder – städteweise geordnet – Tipps rundum literarische Veranstaltungen rausgesucht.

Ich starte, für mich wohnortnah, mit unserer Hauptstadt.

DAS Event schlechthin im Juli ist für mich das Fest zur Preisverleihung des 9. Internationalen Literaturpreises im Haus der Kulturen der Welt (HKW).

Dieser Preis feiert den Autor und dessen Übersetzerinnen in die deutsche Sprache simultan. 2017 geht der Internationale Literaturpreis an den Autor Fiston Mwanza Mujila und die Übersetzerinnen Katharina Meyer und Lena Müller für den Roman Tram 83 und seine Übertragung aus dem Französischen.  Tram 83 wird als furioser Roman der postkolonialen kongolesischen Großstadt für seine Sprachkunst gefeiert.

Das Fest steigt am 6. Juli um 18 h im HKW. Eintritt ist frei.

Nun zu einem etwas kleineren Rahmen. Der Suhrkamp Verlag lädt in Kooperation mit dem English Theater Berlin und der Kreuzberger Krimibuchhandlung Hammett zu einer schönen Lesung mit Zoë Beck ein. Diese stellt uns ihren neuen Zukunftsthriller vor. In diesem läuft der Drogenhandel eines zukünftigen London auf anderen Wegen als heute. Nämlich über eine App. Der Transport und die Zustellung wiederum über Drohnen (auf was für Ideen man so kommt…).
Kopf des Ganzen ist der Hauptcharakter des Buchs, Ellie Johnson. Sie weiß, dass ihr neues „Geschäftsmodell“ der gesamten Londoner Unterwelt auf den Schlips getreten ist und deren Erfolg bedroht. Nun wollen zahlreiche Konkurrenten ›Die Lieferantin‹ tot sehen. Ein Kopfgeld wird auf sie ausgesetzt und Ellie muss sich ihren Feinden stellen.

Wie schon angedeutet, ist der Titel des Buchs „Die Lieferantin“. Bei der Veranstaltung handelt es sich um die Berliner Buchpremiere und Zoë Beck liest selbst. Tickets für 8 EUR gibt es zum Beispiel hier.

Auch an meine alte hessische Heimat möchte ich mit meinen Tipps denken.

Schon sein 2008 trifft der literarische Nachwuchs aus Frankfurt a.M. und Umgebung im Dunstkreis des Frankfurter Literaturhauses und stellt ebenso dort die Ergebnisse seiner Arbeit vor. Das ganze unter dem Titel sexyunderground.

Die Lesung findet im Literaturhaus statt am 4.7. um 19.30 h. Eintritt beträgt 5 EUR. Mehr Infos und Ticketkauf hier.

Noch eine Sommerlesungsempfehlung…

…diesmal aus Köln. Zu meiner eigenen (positiven) Überraschung bleiben die spannenden Veranstaltungen des Juli auf dem afrikanischen Kontinent. So auch im Kölner Literaturhaus. Hier verspricht die Lesung am 4.7. intensiv und bewegend zu werden. In der literarischen Reihe Afrikanissimo stellt Weltenbummler Ilja Trojanow diesmal die kenianische Autorin Yvonne Adhiambo Owuor und ihren im DuMont Verlag erschienen Roman „Der Ort, an dem die Reise endet“ vor.
Angekündigt wird der Roman als eine Geschichte von Macht, Täuschung, von unerwiderter Liebe und dem unbeirrbaren Willen zum Überleben in einem zerrissenen Land.

Puh. Schwere Kost, aber wer will schon mit nichtssagenden ladida- Romanen Lebenszeit verschwenden. Tickets für die Afrikanissimo-Lesung findet Ihr hier.

So, liebe Büchernarren und -Närrinnen, ich hoffe ich konnte wieder etwas für Euch erstöbern und wünsche noch einen schönen literarischen Juli!

Euer Buchstabendrechsler Kasia