Gib mir mehr

In meiner MittendrinMittwoch Aktion hatte ich Euch ja bereits zwischen die Seiten von „Pandora im Kongo“ von von Albert Sánchez Piñol mitgenommen.
Dieser kleine Teaser mit seiner hervorragenden sprachlichen Varianz und der Situation zum Schmunzeln baute sich schnell zu einem spannungs- und wendungsreichen Roman aus, den ich bei sprichwörtlich jeder Gelegenheit aufgeschlagen habe.Pandora im KongoWas glaubt Ihr wohl, warum ich zuletzt vom Lesen und den Lesern in der U-Bahn und dem öffentlichen Verkehr geschrieben habe? Gemessen an den verschiedenen Lesegelegenheiten, die ich zwecks Weiterkommen für dieses Werk ersonnen habe, müsste ich noch Artikel über Badewannen, Klobesuche, weggeschickte Kinder und Ehemänner verfassen. Heute nehme ich mir endlich die Zeit und erzähle Euch etwas mehr über Thomas Thomson und sein literarisches Abenteuer im Kongo. Weiterlesen

Schneckenkönig – ein Erfolg auf ganzer Linie

Nach dem gestrigen Wutausbruch über ein wenig gelungenes Debüt möchte ich heute wieder in Engelszungen zu Euch sprechen über ein fantastisches – wenn auch nicht wirklich neues – Krimidebüt. Die Rede ist vom „Schneckenkönig“ von Rainer Wittkamp.

Schneckenkönig

Originalcover; Rechte: grafit Verlag

Ankündigung

Auf der Buchrückseite wir ein spleeniger Kommissar angekündigt. Einer den ein unüberlegter Angriff auf einen Kollegen in das dienstliche Exil verschlagen hat. Nämlich in die „Versorgung“. Die Abteilung für Büromaterial ist gemeint. Als Personalmangel die Leitung der Mordabteilung im Fall eines erstochenen Ghanaers dazu treibt ihn aus dem Exil zu holen, ergreift Martin Nettelbeck – der eben beschriebene – die Chance! Weiterlesen

Nachlese eines Gewinns

Das Buch über das ich Euch heute meine Meinung kund tun möchte ist „Ragdoll – Dein letzter Tag“ von Daniel Cole.

Kurze Vorgeschichte

Ich mache bei dem Litaratursalon der Platform LovelyBook mit und habe mich schon hin und wieder um ein Buch beworben – im Rahmen eines Gewinnspiels meine ich.

Geklappt hat es aber erst bei „Ragdoll„. Die Ankündigung des Buches war tatsächlich sehr spannend und so freute ich mich wie der berühmte Schneekönig.

Die Freude währte leider nicht lange.

Aber alles der Reihe nach. Weiterlesen

[Blogaktion]MittendrinMittwoch #3

bakeshopSchön, dass Ihr wieder reinschaut zu meiner Ausgabe von MittendrinMittwoch!

Wie immer nehme ich Euch über Buchausschnitte mit zwischen die Seite meiner aktuellen Lektüre und stelle Euch vor, was mich daran begeistert oder auch zum Nachdenken bringt.

Fast am Ende bin ich mit meinem tollen Berlin-Krimi von Rainer Wittkamp „Schneckenkönig“. Weiterlesen

Blick ins Ghetto von innen

„Wir Tiere“ des Autors Justin Torres

Auf der Buchrückseite kann man eine Empfehlung der Vanity Fair lesen:
Ein unwiderstehlicher wilder Roman über das Erwachsenwerden, der Ihnen das Herz brechen wird.“ Zitatende.

Bevor der Roman mein Herz gebrochen hat, hat er es erfüllt. Erfüllt mit dem Blick eines heranwachsenden Jungen, der mit einiger inneren Distanz auf sich und seine Familie blickt. Weiterlesen

Geschichte eines Stalkings

Mir brennt es unter den Fingernägeln Euch von meiner letzten Lektüre zu erzählen:1840_Baerfuss_Hagard

„Hagard“ von Lukas Bärfuss

Wir haben sicherlich auch alle schon gelesen, dass es sich hierbei um einen Nominée für den Preis der Leipziger Buchmesse handelt. Lukas Bärfuss ist als Preisträger nicht unerfahren. Seine Werke wurden bereits mit zahlreichen Literaturpreisen geehrt. Mehr hierzu später.

Auszug Umschlagstext

„Philip folgt, aus einer Laune heraus, im Feierabendgedrängel einer Frau. Er kennt sie nicht, sieht sie auch nur von hinten, aber wie in einem Spiel sagt er sich: Geht sie dort entlang, lasse ich sie entschwinden; geht sie in die andere Richtung, spiele ich das Spiel noch eine kleine Weile weiter Es bedeutet scheinbar nichts, niemand kommt zu Schaden, un der Abstand ist so groß, daß die Frau es gar nicht bemerkt.[…]Warum beginnt er plötzlich seine Verpflichtungen zu verachlässigen? Was will er von ihr?“

Gedanken zum Verfolger

Mit diesem Umschlagstext hatte mich das Buch im Buchladen in seinem Bann, also nichts wie los und ein Rezensionsexemplar bestellt.

Was mich dann erwartete? Nun, zunächst ein Ich-Erzähler, der scheinbar allwissend über der angekündigten Hauptperson schwebt. Sorgenvoll ist sein Ton und mit vielen offengebliebenen Fragen leitet dieser die Geschichte um den Ausbruch Philips ein. Wir erwischen Philip anfangs in einer typischen Managersituation. Immer wieder mit seinem Smart Phone quercheckend und seine Assistenz konsultierend, bahnt er sich seinen Weg an einem Spätnachmittag zu einem nicht ganz unwichtigen Geschäftstermin.

Aus Randsätzen und im Verlauf der Beobachtungen rund um die Figur wird dem Leser die Wichtigkeit des Termins für einen satten Gewinn klar.
Wie nebenher eingestreut wird auch die Gesellschaftskritik und der auf dem Buchcover angekündigte „unbestechliche Blick“ des Autors auf seine Umgebung und das heutige Leben. Weiterlesen