Gib mir mehr

In meiner MittendrinMittwoch Aktion hatte ich Euch ja bereits zwischen die Seiten von „Pandora im Kongo“ von von Albert Sánchez Piñol mitgenommen.
Dieser kleine Teaser mit seiner hervorragenden sprachlichen Varianz und der Situation zum Schmunzeln baute sich schnell zu einem spannungs- und wendungsreichen Roman aus, den ich bei sprichwörtlich jeder Gelegenheit aufgeschlagen habe.Pandora im KongoWas glaubt Ihr wohl, warum ich zuletzt vom Lesen und den Lesern in der U-Bahn und dem öffentlichen Verkehr geschrieben habe? Gemessen an den verschiedenen Lesegelegenheiten, die ich zwecks Weiterkommen für dieses Werk ersonnen habe, müsste ich noch Artikel über Badewannen, Klobesuche, weggeschickte Kinder und Ehemänner verfassen. Heute nehme ich mir endlich die Zeit und erzähle Euch etwas mehr über Thomas Thomson und sein literarisches Abenteuer im Kongo. Weiterlesen

Hessischer Ermittler in der Krise

Hörbuch mit Mundart und anderen Eigenarten

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Asphaltseele Originalcover – Verlag Random House Audio – Autor Gregor Weber

Es hörte sich witzig an, die Ankündigung auf dem Randomhouse Bloggerportal, da bin ich nämlich auf dieses kleine Hörbuch gestoßen. Im Originalton klang das so:
„Mein Name ist Ruben Rubeck. Ich wohne seit 15 Jahren in Frankfurt und bin hier genauso lange Bulle. Das Bahnhofsviertel ist mein Revier und meine Gegend. Viele denken, ich würde da wohnen, weil es bei mir für mehr nicht reicht, weil ich mich im Dreck wohlfühle und mit meinem Gesicht sowieso nirgends sonst eine Wohnung bekäme, aber das stimmt nicht. Ich hab’s einfach gerne nah zur Arbeit. Haha.”

Nein, im Ernst, dieser Ausschnitt trifft den Hauptcharakter von Asphaltseele ganz genau, ebenso wie den Gesamtstil des Hörbuches.

Protagonist Ruben in Kürze

Ruben Rubeck, 47 Jahre alt, geschieden, ehemaliger Soldat und Kriminalkommissar in Frankfurt, wo er im Bahnhofsviertel Dienst tut. Macht keinen Hehl aus eigenen Alkohol- und Drogenexzessen, ebensowenig aus seiner Neigung zu Prostituierten.
In der Auslöserszene gerät er nach mehreren Feierabendbier in seiner Stammkneipe zwischen zwei Fronten und erschiesst, wie sich später herausstellt, den Bodyguard einer osteuropäischen Gangster-Größe. Weiterlesen

Vom geheimem Insiderclub

Ich fahre mit den Öffentlichen zur Arbeit.
Jeden Morgen und auch zu jedem Feierabend gibt mir das wertvolle Minuten, die ich meiner jeweiligen Lektüre widmen kann. Aber nicht nur das. Ich treffe klammheimlich und unbemerkt zahlreiche Gleichgesinnte und Mitglieder in einem der größten Insiderclubs der Welt. Andere bekennende Leser.amos-bar-zeev-136999 Weiterlesen

Wie man ein Scheidungstrauma überwindet

Literatur on Screen!

Mein letzter Home-Movie war eine echte Überraschung.
Angesehen habe ich mir: „Feuchtgebiete“ nach dem Bestsellerroman von Charlotte Roche – den ich übrigens NICHT GELESEN HABE! So jetzt ist es raus.
Regie geführt hat David F. Wnendt. Feuchtgebiete DVD

Alter Hut oder Evergreen?

In den Kinos war der Film eigentlich schon 2013 nachdem der Roman 2008 die literarischen Empfehlungslisten hochgeklettert ist und für sehr aufgeregte Diskussion gesorgt hatte, ob denn die mehr als ausführlich erläuterten Sexualerlebnisse und Körpererfahrungen der Hauptfigur Helen Memel als wertvolle Literatur zu bezeichnen sind. Die Autorin Charlotte Roche konnte sich zumindest darüber freuen in aller Munde zu sein. Weiterlesen

[Blogaktion] MittendrinMittwoch #4

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Lange nicht mehr erwähnt ist sie: Meine Weltenbummlerchallenge.

Aber nebenher geht sie weiter und jedes literarische Werk der letzten Monate bringt mich weiter! So auch „Pandora im Kongo“ von Albert Sánchez Piñol. Erschienen im Fischer Verlag. Und da es mich schon von der ersten Seite an in seinen Bann schlägt, kommt es auch in die Mittwochsaktion rein 🙂

Bevor ich Euch zwischen die Seiten des Buches mitnehme, mache ich Euch – liebe Blogstöberer – gern noch etwas den Mund wässerig mit einer kurzen Darstellung des Inhalts.

Um was es geht

Es geht um Thomas Thomson. Kein Witz. So heisst unser Held. Um dem ganzen ein i-Tüpfelchen draufzusetzen ist er brotloser Schriftsteller im Jahre 1914. Über eine unterhaltsame Schicksalsverwicklung – beginnend in London der damaligen Zeit – kommt er mit einem Mordfall in Kontakt, der ihn zumindest schritstellerisch auf eine Reise in den Kongo schickt, wo er dem Mordfall auf den Grund gehen soll. Ob er sich überwindet und auch tatsächlich selbst in den Kongo fährt bleibt am Anfang des Buches und auch in allen Ankündigungen ein kleines Geheimnis…

In der Handlungseinleitung begegnen wir unserem Helden in dessen unglücksseliger Situation, in der er als nichtbenannter zweitreihiger Schreiberling eines Schundromanautors ein absurd hirnloses Skript in wenigen Tagen in einen ebenso hirnlosen Roman umschreiben soll. Hier ein Einblick mit was er sich rumschlagen muss – nicht wundern, dass der Buchtitel auch im Buch ein Buch ist….

Zitat

Pandora im Kongo war der typische Schund des Doktor Luther Flag. Aber wie gesagt, ob gut oder schlecht, es handelte sich um mein erstes Buch und ich war entschlossen, mein Bestes zu geben. Daher ging ich in die Bibliothek, um Nachforschungen zu betreiben. Am dritten Tag war ich zu spärlichen, aber unwiderlegbaren Ergebnissen gelangt:
1. Pygmäen sind keine Menschenfresser.
2. Im Urwald gibt es keine Löwen.
3. Was zum Kuckuck war die Sporentheorie?
Mit viel Fantasie und einem sehr elastischen Begriff von literarischer Freiheit konnte ich gelten lassen, dass der Held einen Löwen bändigt. Oder dass sich eine ganze römische Legion nilabwärts verirrt. Was aber die Pygmäen betrifft, hatte ich mir nie zuvor die Frage gestellt, ob sie überhaupt zur Gattung Mensch gehörten. Schlimmer noch war, dass die Ethnografen sie einhellig als den zutraulichsten und anarchistischsten Menschenschlag der Welt beschrieben. Wie sollten die ein Weltreich errichtet haben?“ Zitatende.

Ich bin noch nicht weit fortgeschritten im Buch, lache aber jetzt schon immer wieder Tränen. Bezüglich der Thematik und Wortwahl des Autors vergeßt bitte nicht, dass die Geschichte 1914 spielt…

Voller Spannung wie es denn weitergeht und wie man als Schriftsteller zu einem Mordfall kommt, verabschiede ich mich von Euch für heute.

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Löwen im Kongo? Bild: K.Jäckel/Buchcover:Fischerverlag

Eure Kasia
P.S.: Die ursprüngliche Idee zur Aktion MittendrinMittwoch, muss natürlich angemerkt sein, gehört readbooksandfallinlove.

[Blogaktion] Die SonntagsleserIn #4

Diese Ausgabe der SonntagsleserIn hat unter anderem gleich zwei Links zu ein und demselben Blog – alles natürlich mit dem Ziel der Inspiration und Empfehlung anderer BlogkollegInnen.

Wenn mir gleich so viel „aus einer einzigen Feder“ gefällt, macht mich das selbst stutzig, aber so ist es nun mal. Jeder hat so seine Lieblinge und andere Blogger, die einem aus dem Herzen sprechen oder einfach Interesse an ähnlichen Themen hegen.

Bewegt

Hier stellt Euch Tobias von Buchrevier einen Roman über das Ungemach des Schriftstellertums vor, David Foenkinos Roman „Das geheime Leben des Monsieur Pick. Besonders unterhaltsame und treffende Aussagen über den Literaturbetrieb hat Tobias in seinem Blogartikel für uns zusammengestellt. Mit einem lachenden und weinendem Auge gelesen…
Wenn wir von Tränchen im Auge sprechen, komme ich auch zu meinem zweiten Mitbringsel von Buchrevier: Tobias´ Beitrag „Ich habe einen Traum“ hat mich wirklich berührt. Nicht nur weil er meine Litaratenseele anspricht, sondern weil der Artikel das ganz viele Wünsche aus der Lebensmitte – in der ich mich wohl oder übel befinde – ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen offenbart. Mutig! Danke. die-sonntagsleserin Weiterlesen